Mann

Samenanalyse oder Spermiogramm

Zur Durchführung einer Samenanalyse ist die einfachste und infomativste Methode das Spermiogramm. Denn auch wenn sich Spermien im Ejakulat befinden, muss das nicht heissen, dass sie fruchtbar sind.

Wie kann eine Samenprobe gewonnen werden?
Was analysieren wir in einem Spermiogramm?
  • Die Samenspende wird durch Masturbation in einem sterilem Probenbecher gewonnen, ähnlich wie die bei der Abgabe einer Urinprobe. Diese Probenbecher werden Ihnen von der Klinik bereitgestellt oder sind in der Apotheke erhältlich.
  • Bei der Gewinnung der Samenprobe darf NIE ein Kondom verwendet werden, da sonst das Ergebnis der Analyse verfälscht wird.
  • Die Probe muss innerhalb einer Stunde im Labor abgegeben werden.
  • Samenprobe in TAHE FERTILIDAD muss uns Folgendes mitgeteilt werden:
    • Wann wurde die Spende gewonnen?
    • Ist die Samenspende vollständig?
    • Hat der Spender in den letzten 3 Monaten Fieber gehabt?
    • Nimmt der Spender Medikamente?
    • Wann fand die letzte Ejakulation statt? Denn das Spermiogramm sollte 3 bis 5 Tage nach der letzten Ejakulation erstellt werden.
  • Volumen des Ejakulates: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betrachtet als normal ein Volumen von mehr als 1,5ml. Wenn die Probe weniger als 1,5ml enthält, sollte nachgefragt werden ob die Probe korrekt abgegeben wurden, da bei einem geringen Volumen eine Einschränkung in den Samenbläschen vorhanden sein könnte oder sogar eine Blockade im Samenleiter. Hingegen kann ein Ejakulat von mehr als 6ml einer Hypertrophie der Samenbläschen oder einer übermäßigen sexuellen Karenzzeit geschuldet sein.
  • pH: Veränderungen des pH-Wertes des Samens sind Symptome für Defekte im Prostatabereich oder der Samenbläschen.
  • Viskosität: Es ist wichtig diese zu bestimmen, da eine erhöhte Viskosität die Fortbewegung der Spermien erschweren kann.
  • Verflüssigung: Eine normale Samenprobe verflüssigt sich bei Zimmertemperatur nach etwa 15 bis 30 Minuten nach der Ejakulation, obwohl dies manchmal auch nach 60 Minuten noch nicht geschehen ist. Dies sollte im Bericht festgehalten werden, da es ein Anzeichen für eine Insuffizienz eines Enzyms im Prostataursprung sein kann.
  • Farbe: Der menschliche Samen ist normalerweise eine homogene schillernde Flüssigkeit von weiß-gelblicher Farbe. Eine andere Farbe des Ejakulates könnte auf eine Entzündung in den Samenleitern hinweisen, eine Infektion, etc., eine rosarote Farbe, zum Beispiel, würde Blut im Ejakulat indizieren.
  • Agglutination: Man erachtet, dass ein Ejakulat Agglutination aufweist, wenn eine Gruppe beweglicher Spermien untereinander verbunden ist, was dazu führt, dass sie sich nicht fortbewegen. Die Agglutination kann ein Zeichen für antispermische Antikörper im Ejakulat sein, dies ist aber nicht immer der Fall.
  • Leukozyten: Das Vorhandensein von einer hohen Anzahl an Leukozyten im Ejakulat könnte anzeigen, dass eine Infektion der Samenleiter vorliegt, welche diagnostiziert und behandelt werden müsste.
  • Anzahl der Spermien: Die Anzahl der Spermien im Ejakulat ist sehr wichtig, da eine geringe Anzahl der Grund der Sterilität sein kann. Die WHO betrachtet als normal eine Konzentration von über 15 Millionen Spermien pro Milliliter, obwohl dies nicht bedeutet, dass hierdurch keine gering positive Schwangerschaft entstehen kann.
  • Beweglichkeit der Spermien: Der Prozentsatz der beweglichen Spermien ist ebenfalls ein sehr wichtiger Parameter um eine Samenprobe als fruchtbar oder nicht zu erachten, da es einer ausreichenden Menge an beweglichen Spermien bedarf welche sich, einmal in der Vagina während des Koitus platziert, fortbewegen bis sie die Eizelle im Eileiter gefunden haben.Die WHO beschreibt die Beweglichkeit in drei Kategorien:
    • Progressive Beweglichkeit (PR): Spermien, die sich geradlinig oder in Kurven bewegen.
    • Nicht Progressive Beweglichkeit (NP): Spermien mit kreisförmiger Bewegung, welche sich bewegen dabei aber nicht fortbewegen.
    • Unbeweglichkeit (IM): Spermien, die sich überhaupt nicht bewegen.
  • Spermienmorphologie: Dieser Aspekt des Spermiogramms ist der kontroverseste und es wurde diesbezüglich nur schwierig ein Konsens gefunden. Einmal definiert was ein normales Spermium ist, wird als ein normales Ejakulat jenes erachtet, welches mindestens 4% der als normal interpretierten Spermien aufweist.
  • Vitalität: Die Vitalität zeigt an welche Spermien leben, was nicht immer gleichzusetzen ist mit denen die sich bewegen. Bei einer Samenprobe können alle Spermien unbeweglich sein aber nicht alle leblos. Dies ist sehr wichtig bei einer Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI). Gemäß der WHO wird eine Samenprobe als normal erachtet, wenn mehr al 58% der Spermien lebend sind.

Samenaufbereitung

Hierbei wird der Samen gereinigt, ähnlich wie bei einer künstlichen Insemination mit dem Unterschied, dass untersucht wird, ob der Samen die ausreichende Qualität hat um bei einer künstlichen Insemination angewendet zu werden oder ob das Paar eine In-vitro-Fertilisation (IVF) durchführen lassen sollte. Diese Untersuchung wird bei Samen durchgeführt dessen Qualität durchschnittlich ist. Das hilft bei der Entscheidungstreffung für die passende Behandlung des Paares.

Die DNA des Spermiums

Im Andrologielabor von TAHE FERTLIDAD können Brüche in den DNA-Ketten des Spermiums nachgewiesen werden. Diese Brüche können pathologische Gründe des Mannes sein, wodurch eine Implantation des Embryos fehlschlagen kann und Fehlgeburten entstehen können. Wenn im Sperma eine starke DNA-Fragmentierung diagnostiziert wird, werden dem Paar verschiedene therapeutische Möglichkeiten dargelegt.

Chromosomenanzahl des Spermiums

Mittels des FISH-Tests kann herausgefunden werden, ob das Sperma fehlerhafte Chromosomeninformationen enthählt. Die Spermien wie auch die Eizellen haben 23 Chromosomen und die restlichen Körperzellen haben 46. Hat ein Spermium anstatt von 23 Chromosomen 22 oder 24, wird der Embryon entweder zuviele oder zu wenige Chromosomen besitzen, was der Grund für Fehlgeburten und fehlgeschlagene Implantationen sind. Diese Analysen werden nur bei Paaren durchgeführt, die eine niedrige Anzahl von Spermien aufgewiesen haben.

Wird beim Patienten ein hoher Prozentsatz von Spermien mit Änderungen in der Chromosomenzahl diagnostiziert, ist es nötig eine Chromosomenstudie der Embryos des Paares durchzuführen, um die auszuwählen die chromosomal in Ordnung sind. Dies wird durch eine In-vitro-Fertilisation mit genetischer Präimplantationsdiagnostik (PID) erreicht.